Angebote für Studierende der Human- und Zahnmedizin

3D Druck in der zahnmedizinischen Lehre

3D Druck in der zahnmedizinischen Lehre

Zielsetzung

Ziel des Projektes „3D Druck in der zahnmedizinischen Ausbildung“ ist die Konzeption und Erstellung von auf anonymisierten Patientendaten beruhenden dreidimensionalen Modellen zur Simulation zahnärztlicher Eingriffe. Eine der größten Herausforderungen in der ärztlichen und zahnärztlichen Ausbildung besteht darin, den Studierenden jene Fähigkeiten zu vermitteln, die für ihre zukünftige Arbeit erforderlich sind. Im Laufe des Zahnmedizinstudiums müssen Studierende eine Vielzahl praktisch-technischer Fertigkeiten erlernen, wie beispielsweise das Präparieren von Zähnen zur Aufnahme von Kronen oder die Entfernung von Karies mit anschließender plastischer Füllung an Modellen, bevor sie im Rahmen ihrer klinischen Ausbildung (ab dem 6. Fachsemester von 10) Patienten behandeln.

Zum Erlernen dieser Fertigkeiten kommen in der vorklinischen Ausbildung überwiegend Modelle der Hersteller Frasaco® und KaVo® zur Anwendung. Diese konventionellen Modelle haben sich seit vielen Jahren zur Schulung Studierender bewährt und sind fester Bestandteil der Lehre während des Zahnmedizinstudiums. Allerdings sind die Möglichkeiten der genannten Modelle hinsichtlich der realistischen Simulation einer Patientensituation (individuelle Anatomie und Pathologie) weitgehend eingeschränkt, da sie lediglich Variationen in der Zahnanzahl, jedoch nicht in Zahnform, -größe und -stellung, zulassen, was die Lehr- und Lernmöglichkeiten sehr stark einschränkt. Die Möglichkeit der Simulation z.B. einer Kariesexkavation oder einer Zahnextraktion, die einen festen Bestandteil des alltäglichen klinischen zahnärztlichen Behandlungsspektrums darstellen, besteht an diesen Modellen nicht. Zudem sind die genannten Modelle für die Studierenden in der Anschaffung mit hohen Kosten verbunden (HenrySchein®: OK & UK KaVo® 186€; OK & UK Frasaco® 184,80 € (Onlineshop stand 22.02.2020).
Das Projekt zielt darauf ab, patientenindividuelle dreidimensionale Modelle zu erstellen, die im Gegensatz zu den konventionellen Modellen erlauben, eine Vielzahl an  klinischen Situation zu simulieren und somit den Studierenden eine bessere Vorbereitung auf die Behandlung echter Patienten ermöglicht. Die Modelle werden anhand anonymisierter Patientendaten (gemäß der Datenschutz-Grundverordnung DSGVO: VERORDNUNG (EU) 2016/679 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES)  erstellt und im CAD (Computer Aided Design) Verfahren nach Bedarf angepasst. Im Anschluss erfolgt die Fertigung mittels 3D-Druckern im CAM (Computer Aided Manufacturing) Verfahren, um hinsichtlich der Härte und des Abtrages durch rotierende Instrumente möglichst realistisch Zähne wie auch Knochen zu simulieren. Bei der Erstellung der Modelle ist es zudem möglich zusätzliche Modifikationen, wie beispielsweise eine Karies, in die Modelle zu integrieren. Zusätzlich zu den bereits genannten Vorteilen im Bereich der Vorklinischen Kurse lässt dieses Verfahren zu, dass man im Falle schwieriger klinischer Patientensituationen die geplante Behandlung am originalgetreuen Modell simulieren kann, um gegebenenfalls mögliche Risiken und Komplikationen während der Behandlung des Patienten im Vorfeld weitestgehend auszuschließen. Im Bereich des Designs der Modelle wird eng mit den Erfahrenen und Unterrichtsbeauftragten zusammengearbeitet, um Studierende optimal auf den klinischen Abschnitt des Studiums vorzubereiten.