Brügger

Grundlagen

Nach Brügger gehen die meisten Erkrankungen des Bewegungsapparates primär nicht auf strukturelle Erkrankungen zurück, sondern auf Schutzmechanismen des Gehirns. Diese Schutzmechanismen werden bei fehlerhafter Beanspruchung gestartet (neurale Mechanismen). Das arthromuskuläre System reagiert auf reflektorischem Weg mit Schmerzen (Warnsignale). Chronische Fehlbelastungen stören das Reparaturpotential der Strukturen, so dass es in der Folge zunächst zu Funktionsstörungen kommt. Später können sich aus den nicht beseitigten Funktionsstörungen Strukturveränderungen entwickeln.
Dies kann umgangen werden, wenn der Bewegungsapparat (das lokomotorische System) optimal eingesetzt wird, was nur bei Einnahme der physiologischen, dynamischen Körperhaltung und einem Bewegungsverhalten ohne Funktionsüberwiegen der Fall ist.


Die Abweichungen von der aufrechten Körperhaltung stellen stets ein Problem der Fehlbeanspruchung des lokomotorischen Systems dar.
Die Korrektur der Haltung ist für Brügger daher nicht nur eine therapeutische Maßnahme,
sondern bedeutet auch gleichzeitig eine Prävention gegen den Rückfall in die Fehlbelastung.


Ziele

- bestehende Störfunktionen erkennen und beseitigen, sowie Fehlhaltungen korrigieren
- Korrektur der Haltung mit deren praktischer Anwendung im Alltag (ADL–Training) verknüpfen


Indikationen

- Funktionskrankheiten des Bewegungsapparats