Manuelle Lymphdrainage

Bei der Manuellen Lymphdrainage (ML) handelt es sich um eine etablierte und anerkannte Therapieform innerhalb der Physiotherapie mit dem Ziel, den Rückfluss eingelagerterund zurück gestauter Gewebsflüssigkeit durch manuelle Anregung des Lymphgefäßsystems zu fördern. Sie ist damit als ein wesentlicher Bestandteil der komplexen Physikalische Enstauungstherapie (KPE) in sinnvoller Kombination mit Kompression, Hautpflege, entstauender Gymnastik und kompetenter individueller Aufklärung oft die einzig wirksame, kausale Behandlung von Lymphödemen, Phlebo-lymphostatischen Ödemen und Lipödem.

Technik:

Die ML ist eine sehr sanfte massageähnliche Entstauungstechnik , bei der man sich mit geringem Druck (<40mm/Hg) spezieller Grifftechniken bedient (Schöpfgriff, Pumpgriffe in Form stehender Kreise etc.) und die mit flach aufliegender Hand von proximal nach distal langsam und rhythmisch in Richtung der zentralenHauptlymphknoten ausgeführt wird, wobei man sich an der Anatomie des Lymphsystems orientiert, immer mit dem Ziel, die Lymphangiomotorik und damit das Lymphzeit-volumen zu steigern. Hierbei wird im Gegensatz zur Massage keine Mehrdurchblutung angeregt, da diese den Druck im arteriellen Schenkel der Kapillaren erhöhen, und dadurch die Filtration von Blutplasma ins Gewebe fördern würde, was noch mehr Wassereinlagerung zur Folge hätte.

Wirkung:

Sinn und Zweck der ML ist es letztlich, den Rückfluss der Lymphezum Herzen zu fördern, um dem Körper die makromolekularen Carrier- Eiweiße wieder zur Verfügung zu stellen und deren Einlagerung im Gewebe zu verhindern.
Da jedes Lymphödem aufgrund einer Rückflussstörung (mechan. Hindernisse, Lymphknoten-entfernungz.B. nach Brust- OP etc.) mit einem Rückstau von lymphpflichtigen Lastenverbunden ist, werden diese (abgebaute Zellen, Eiweiße, Fettröpfchen, ausgetretene Blutzellen, Mikroben etc.) im Interstitium eingelagert. Das hat u.a. durch die veränderte Osmolarität immer ein Ödem zur Folge.Bleibt ein solches Ödem unbehandelt, steigt mit der Gefahr einer zunehmenden Proliferation des Gewebes (Verhärtung) auch das Risiko eines rezidivierenden Erysipels mit weiteren schädigenden Folgen für das Lymphgefäßsystem.
Durch sanfte Dehnungsreize bewirkt die ML auf neurovegetativem Weg (Starlin`scher Mechanismus) durch Erhöhung der Kontraktionsfrequenzder Lymphangione ein gesteigertes Lymphzeitvolumen. Dieses wird sowohl durch mechanisches Verschieben von Lymphe über das subcutane lymphatische Netz, als auch mittels eines verstärkten Fokus auf die Bauchatmung (Atemtherapie, Bauch-tief-Drainage) unterstütz.

Neben der Entödematisierenden Wirkung ist weiterhin mit einer sympathikolytischen Wirkung (beruhigend, Anregung d. Magen-Darm- Traktes), sowie einer schmerzlindernden- und tonussenkenden Wirkung auf den Patienten zu rechnen.

Indikationen:

- Lymphödem versch. Genese (z.B. nach OP`s)
- Phlebo-lymphatische Ödeme
- Lipödem
- Alle orthopädischen u. traumatischen Erkrankungen, die mit einer Schwellung einhergehen.
- Morbus Sudeck, Migräne

Kontraindikationen (absolut) :

-Dekompensierte Herzinsuffizienz
- Erysipel (Wundrose)